MÜRITZ FISCHart

Am 12. März 2012 hatten die Müritzfischer zum AUFTAKT für die MÜRITZ FISCHTAGE zahlreiche Gäste ins Müritzeum geladen, um einen Ausblick auf die diesjährige Veranstaltungsreihe zu geben. Inzwischen fest auf dem kulinarischen Veranstaltungskalender etabliert, ziehen diese jedes Jahr tausende Touristen und Einheimische an, um den heimischen Fisch in einer breiten Vielfalt zu genießen.
2012 finden die MÜRITZ FISCHTAGE in der Mecklenburgischen Seenplatte in der Zeit vom 22. September 2012 bis zum 07. Oktober 2012 statt. Vielerorts wird es dann den regional gefangenen Fisch in köstlichen Variationen geben. Derzeit sind die Köche der beteiligten Häuser dabei, mit viel Phantasie und Können die diesjährigen MÜRITZ FISCHTAGE Gerichte bzw. Menüs zu kreieren.
Phantasie und Kreativität rund um das Thema Fisch sind in diesem Jahr erstmals auch von den KünstlerInnen der Region gefragt. Denn die Müritzfischer, die im Dezember ihr 60-jähriges Bestehen feiern, möchten den Fisch 2012 auch als Kunstobjekt in die Veranstaltungsreihe integrieren - mit einer eigenen Kunstaktion unter dem Motto MÜRITZ FISCHart.
Beteiligen können sich an dieser Kunstaktion alle Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich der bildenden Kunst, die ihren Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben. Die entstandenen Arbeiten sollen der breiten Öffentlichkeit im MÜRITZEUM im Rahmen einer Sonderausstellung vom 15. August bis zum 07. Oktober 2012 präsentiert werden.
Interessierte KünstlerInnen haben die Möglichkeit, sich für die MÜRITZ FISCHart anzumelden. Die Anmeldung erfolgt per Mail an info@mueritz-fischtage.de mit einer kurzen Ideenskizze, Bildern von Referenzarbeiten und einer Kurzbiographie zum Künstler/zur Künstlerin. Termin zur Einreichung dieser Unterlagen ist der 30. April 2012. Maximal können die Künstlerinnen 3 Kunstobjekte für die MÜRITZ FISCHart anmelden, die entweder für die Präsentation im Innenbereich oder für die Installation im Außenbereich geeignet sein sollten.
Die Müritzfischer werden eine Vorauswahl der teilnehmenden KünstlerInnen treffen, um im Interesse der Veranstaltungsreihe eine breite Vielfalt an Kunstobjekten rund um das Thema Fisch zusammen zu stellen. Die Müritzfischer werden am 06. Oktober 2012 diese Kunstobjekte beim großen GenussFinale am Warener Stadthafen meistbietend versteigern und den Erlös für einen guten Zweck spenden.
Alle KünstlerInnen, die sich an der MÜRITZ FISCHart beteiligen, erklären sich damit einverstanden, dass die Müritzfischer die zur MÜRITZ FISCHart eingereichten Objekte kostenfrei veröffentlichen und reproduzieren dürfen, wobei die KünstlerInnen in diesem Zusammenhang namentlich benannt werden. Die detaillierte Ausschreibung zur MÜRITZ FISCHart ist auf der Homepage www.mueritz-fischtage.de einsehbar.
Um die Vielfalt des heimischen Fisches kulinarisch und künstlerisch zu den MÜRITZ FISCHTAGEN 2012 zu präsentieren, freuen sich die Müritzfischer auf ein großes Interesse von den regional ansässigen KünstlerInnen und zahlreiche Ideen.
Auf genussreiche und kunstvolle MÜRITZ FISCHTAGE 2012!
Die Facetten Friedrichs als Kunstobjekt

Friedrich, der Große – Visionär, Feldherr, Tyrann und Feingeist in einer Person. Wie kaum eine andere Figur der deutschen Geschichte ist dieser große Preußenkönig umstritten, erzeugt er doch Widerspruch und Sympathie in einer Person. Für die einen ist er der Feldherr, der unerbitterlich mehrere Kriege führte. Für die anderen steht er in enger Verbindung mit großem Fortschritt. Einerseits ein ausgeklügeltes Steuersystem, das gerade die kleinen Leute unerträglich besteuerte, um die Kriegskassen wieder aufzufüllen. Andererseits aber eine Justizreform, die als die fortschrittlichste ihrer Zeit in ganz Europa galt, garantierte sie doch erstmals die Gleichheit aller vor dem Gesetz ebenso wie die Unabhängigkeit in der Rechtssprechung. Manch einer mag auch an den Flötenspieler Friedrich denken, der sich entgegen dem Willen seines Vaters mehr für Schöngeistiges interessierte als denn für seine streng religiös und militärisch geprägte Erziehung. Der zur Feder griff, um Noten für Eigenkompositionen niederzuschreiben und der einen Tugendenkatalog für den aufgeklärten Idealmonarchen verfasste. Friedrich, der Geistesgrößen seiner Zeit zu sich holte und im Austausch mit ihnen Visionen entwickelte, der die Arbeit in Akademien förderte, der den Bau eines Opernhauses veranlasste und der sich einen Platz schuf, an dem er „ohne Sorge“ verweilen wollte und wo man noch heute seinem Geist nachspüren kann.
2012 jährt sich der Geburtstag des großen Preußenkönigs zum 300. Male. Und so stellt sich die Frage: Welches Bild Friedrichs haben wir heute noch von ihm?
Das des „ersten Dieners seines Staates“?
Das des Flötenspielers?
Das des Feldherren – in Sieg und Niederlage?
Das des Philosophen im Streitgespräch mit Voltaire?
Oder am Ende nur das des verbitterten, zynischen und einsamen „Alten Fritz“ aus Sanssouci?
Das Welcome Center „3 Königinnen Palais“ in Mirow, das Gutshaus Ludorf sowie der Verein „pro Art“ begeben sich auf die Suche nach den verschiedenen Bildern des großen Preußenkönigs und möchten diese Vielfalt erfassen. Deshalb rufen sie gemeinsam die Künstler Mecklenburg-Vorpommerns auf, im Rahmen eines Wettbewerbs ihre ganz persönliche Darstellung des Preußenkönigs zu schaffen und der Öffentlichkeit zu zeigen.
Teilnahmeberechtigt sind alle professionell arbeitenden Künstlerinnen und Künstler aus Mecklenburg - Vorpommern und die mit einem besonderen biographischen Bezug zu Mecklenburg-Vorpommern.
Eingereicht werden können Werke, die eigens zu diesem Zwecke geschaffen wurden oder aber die bereits in der Vergangenheit zu diesem Thema entstanden sind. Diese sollten jedoch nicht älter als 10 Jahre sein. Es gibt keine Vorgaben zum Genre, lediglich die Bedingung, dass die einzureichenden Werke in Innenräumen ausgestellt werden können, denn eine Auswahl dieser Arbeiten soll in mehreren Wanderausstellungen präsentiert werden. Jeder der teilnehmenden KünstlerInnen darf sich mit einem einzigen Werk oder aber mit einer in sich geschlossenen Werkgruppe an diesem Wettbewerb beteiligen und diese Arbeit bis zum 30. März im Mirower 3 Königinnen Palais einreichen. Neben der textlichen Erläuterung zum Entstehungshintergrund des Werkes sind weitere Unterlagen einzureichen, wie man den Ausschreibungsunterlagen entnehmen kann. Diese sind sowohl im 3 Königinnen Palais Mirow als auch im Gutshaus Ludorf abzufordern oder aber auf den entsprechenden Homepages einsehbar (unter www.3koeniginnen.de und www.gutshaus-ludorf.de). Am 04. April tritt dann das Preisgericht zusammen, das aus acht Vertretern unterschiedlichster Einrichtungen besteht, um eine möglichst breitgefächerte Sichtweise bei der Beurteilung der vorliegenden Werke abzusichern. Das Preisgeld für die Erstplatzierung beträgt 2.000 Euro. Für alle prämierten KünstlerInnen jedoch bietet sich über die Wettbewerbsteilnahme die besondere Möglichkeit, ihre Sicht auf Friedrich den Großen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit dazu beizutragen, die vielen Facetten dieses Königs etwas transparenter zu machen. Eine spannende, geschichtsträchtige Aufgabe.
Viele bunte Bereicherungen für Waren

Christiane Bastian, Gründungsmitglied und bis August dieses Jahres ehrenamtlich Tätige, hat für diese neue Idee ihr bisheriges Berufsleben im kaufmännischen Bereich aufgegeben und arbeitet nun hauptberuflich für die Kunst, obwohl sie selbst nie künstlerisch tätig war. Die Frage, wie man zu einem solchen Entschluss kommt, beantwortet Christiane Bastian ganz einfach: „Ich habe immer gerne etwas mit anderen für andere organisiert.“ Und das genau ist die Aufgabe, die sie hier in der neu gegründeten Kinder- und Jugendkunstschule des Kultur- und Kunstvereins Waren e.V. wahrnehmen wird. Seit Mai 2011 ist sie mit viel persönlichem Engagement und natürlich mit Unterstützung aus dem Verein heraus dabei, die bereits vorhandenen Kontakte zu den Künstlern der Region zu aktivieren. Diese wurden angefragt, inwieweit sie sich vorstellen könnten, Kinder und Jugendliche im Kurssystem mit ihrem kreativen Können zu inspirieren. Die Resonanz war durchweg positiv und so folgte als nächster Schritt, diesem großen vorhandenen Fundus eine Struktur zu geben, die sich langfristig bewähren könnte. Einige Künstler haben bereits in den letzten 5 Jahren mit Kindern gearbeitet. So ist aus dem Kurs „Malen mit Katharina“ eine ganze Postkartenstrecke mit Kunstwerken von 5- bis 8-Jährigen entstanden, aus dem Workshop „Kunst als Abenteuer – Ein Tag auf der Arche“ sogar ein eigenes Buch. Die Ergebnisse lassen den Betrachter staunen. Es ist bemerkenswert, wie viel Feingespür selbst schon die Kleinsten für Formen und Farben entwickeln können, um ihre Phantasien zum Leben zu erwecken. Mit der Kinder- und Jugendkunstschule steht ihnen künftig ein geschützter Raum fernab von Reizüberflutungen zur Verfügung, wo sie Phantasien entwickeln können und zudem alles finden, was sie für die Umsetzung ihrer Ideen benötigen - überwiegend pädagogisch ausgebildete Künstler, das erforderliche Material und ein stabiler Rahmen innerhalb einer Gruppe Gleichgesinnter, mit denen man zusammen etwas schaffen und dabei auch noch Spaß haben kann. Insgesamt stehen den Kindern 28 Kurse in 8 Genres zur Auswahl, die sich teilweise auch an Jugendliche und Erwachsene richten. Momentan treffen sich Kleine Künstler ganz groß in der Werkstatt der Rathaus-Galerie, zum Figürlichen Gestalten reisen die Jugendlichen ins Atelier Alt Schönau und wer Räumliches Erfahren möchte oder an der Erfinder-Werkstatt teilnimmt, geht einmal wöchentlich ins Müritzeum. Dort wird mit Schuljahresbeginn der Kunstschule ein eigens gestalteter Werkstattraum zur Verfügung gestellt, der künftig auch für eigene Schülerprojekte genutzt werden soll. In der Kinder- und Jugendkunstschule ist man froh darüber, nun insgesamt 5 Standorte in Waren zu haben, auch wenn das langfristige Ziel natürlich ist, alle Kurse unter einem Dach miteinander zu verbinden. So könnte man vielleicht im Malsaal ein Motiv entwerfen, das in der Nähwerkstatt auf soviel Begeisterung stößt, dass die Textildesigner dieses geschwind im Siebdruckverfahren auf den Stoff der Wahl bringen, um das Traumkleid perfekt werden zu lassen. Das ist der große Traum von Christiane Bastian, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ein wichtiger Meilenstein ist zunächst, die staatliche Anerkennung als Kinder- und Kunstschule zu bekommen. Dies würde allen Beteiligten, Kursteilnehmern und Künstlern, ein großes Maß an Sicherheit und Kontinuität bieten und zudem die Chance, sich als eigenständige Institution fest in der Warener Schullandschaft zu etablieren, die genau wie die Musikschule und die Volkshochschule ein ergänzendes, anerkanntes Bildungsangebot bereithält. Die bisherige Resonanz ist sehr positiv, eröffnet diese Schule doch Kindern und Jugendlichen zahlreiche neue Möglichkeiten, die in dieser Form teilweise auch ergänzend für das Ganztagsschulangebot genutzt werden können. So ist man im Warener Gymnasium sehr froh darüber, kunstinteressierten Kindern einen fachlich versierten Zugang auch außerhalb der eigenen Schulmauern zu eröffnen, über den die Schüler sogar bis zur Studiumsvorbereitung kontinuierlich begleitet werden können. Die meisten Kursstätten befinden sich direkt in Waren, sind also für die Schüler gut erreichbar. Um das Angebot kontinuierlich und doch flexibel zu gestalten, ist die Länge der Kurse an die Halbjahresregelungen der Schulen angelehnt. Die Kursangebote und Gebühren sind auf der Internetseite abrufbar. Für viele ist sicher interessant, dass die Künstler auch gern bereit sind, in die Einrichtungen des Umlands zu reisen, um sich gemeinsam mit den Kindern auf Phantasiereisen zu begeben und sich vom Ergebnis überraschen zu lassen.
Kinder- und Jugendkunstschule des Kultur- und Kunstvereins Waren e.V.
Historisches Rathaus (Neuer Markt 1)
17192 Waren (Müritz)
Tel: 03991 668192
www.kulturverein-waren.de
info@kulturverein-waren.de
30 Jahr Malerei - 30 Jahre kreatives Schaffen

Die Laudatio hält Herr Pastor Eckhart Hübener.
(Veranstaltung ist wetterabhängig)
Wie seit Jahren werde ich im Garten, in der Karl-Marx-Str. 4, in 17192 Waren (Müritz) meine neuesten neben älteren und bekannten Motiven zur Ausstellung bringen und auch zum Verkauf anbieten. Darunter befinden sich vorwiegend maritime Motive, Landschaften, Stillleben und Portraits.
Ich würde mich freuen, Sie als Liebhaber herzlichst begrüßen zu können.
Weitere Infos gerne unter Tel.: 03991 - 125971
Ein Warener im Profil

Schon von weitem erstrahlt in einem schönen Blau das Müritzwasserhaus in der Gerhart-Hauptmann-Allee 5, an das eine Werkstatt, ein beeindruckender Kunstpavillon und der Skulpturengarten grenzen. Geschaffen hat diese interessante Komposition der Warener Künstler Franz-Ulrich Poppe. Der heute 72-Jährige lebt seit nunmehr 50 Jahren in Waren und ist mit dieser Stadt eng verbunden, hat er doch insbesondere als Künstler an vielen Plätzen eine Spur hinterlassen. So begegnet man ihm auf dem Warener Marktplatz beim Betrachten des großen Kugelbrunnens, der nach seiner Idee im Zusammenwirken verschiedener Handwerker entstand, im Kindergarten Fröbel beim Anblick von künstlerisch gestalteten Wandfliesen, im Müritzeum beim Bestaunen der Kugelinstallationen, im einzigen Kacheltöpfermuseum Mecklenburg-Vorpommerns, in dem die vom Künstler über Jahrzehnte angefertigten Modelle zur Rekonstruktion verschiedener Kachelöfen ausgestellt sind, in Klink beim Bespielen seiner ersten großen Spielplastik, die er bereits im Jahre 1961 fertigstellte – um nur einige Berührungspunkte zu nennen. Am intensivsten aber wird die Begegnung mit Franz Poppe wohl in seiner eigenen kleinen Welt in der Gerhart-Hauptmann-Allee sein – wenn man das Glück hat, ihn im Skulpturengarten oder im angeschlossenen Kunstpavillon treffen zu können. Hier bietet sich eine Vielfalt, die dem Besucher einen Einblick in die vielen Facetten des Menschen Franz-Ulrich Poppe gewährt. Sein Lebensmotto, das bekannte Goethe-Zitat, „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ kann jeder in einem aus Keramik gefertigtem, aufgeschlagenem Buch im Skulpturengarten nachlesen. Die vielen Tiere, die hier und da mal versteckt im Gras zu erblicken sind oder einem direkt in die Augen schauen, verweisen darauf, welch hohen Stellenwert sie im Leben des Künstlers einnehmen. Hund und Katze gehören immer schon zur Familie Poppe und seit vielen Jahren engagiert sich der Künstler aktiv für den Tierschutz in der Region. Nicht nur, dass er statt eines Eintrittgeldes für seinen Skulpturengarten um Spenden für den Tierschutz bittet, regelmäßig sammelt er auf Veranstaltungen auch Geld aus aktuellem Anlass, um Tieren gezielt zu helfen. Seit 3 Jahren stiftet er außerdem einen von ihm jährlich neu gestalteten Tierschutzpreis für das ehrenamtliche Engagement der Tierschützer in der Region. Franz Poppe steht der Welt offen gegenüber und ist mit vielen Künstlern eng verbunden. Er bietet ihnen in seinem Skulpturengarten Raum, ihre Werke zu zeigen, die er treuhänderisch verwaltet, oder stellt selbst Exponate aus, die er Künstlern abgekauft hat, weil sie ihm gefallen. Als Mitbegründer des Kunsthandwerkerverbandes Mecklenburg-Vorpommerns kennt er viele Künstler und ist interessiert an dem, was sie tun. Im Kunstpavillon dann kann man entdecken, dass Franz Poppe ein Vorbild in Hundertwasser sieht und sich vom Schaffen dieses Künstlers inspirieren ließ. Bunte, farbenfrohe Mosaiks fangen den Blick ebenso ein wie die mit Lehmputz gestalteten Modellagen der Fenster und der Regale, die durch eine frei schwebende Glaskuppel in immer unterschiedliches Licht gesetzt werden. Eine kunstvoll geschwungene Ofenskulptur verströmt auch im Sommer Gemütlichkeit, im Winter beheizt sie selbstverständlich den Raum, wurde sie doch vom Kacheltöpfermeister Franz Poppe auch unter dem Aspekt der Verbindung zwischen Kunst und Funktionalität geschaffen. Die Möbel im Pavillon verraten das Interesse an der Schönheit alter handwerklicher Fertigkeiten und eine Sammelleidenschaft.
Kleine Skulpturen und Bilder unterschiedlichster Art erwecken die Neugier und erfordern beim Betrachten viel Aufmerksamkeit, weil es die kleinen Details sind, auf die Franz Poppe soviel Wert legt. Sie inspirieren ihn auch, sich selbst immer wieder Herausforderungen zu stellen und Neues auszuprobieren und zu schaffen. Der Rakubrand ist ein Verfahren, dass er genau aus diesem Grund so gerne nutzt, da man das Ergebnis nur bedingt beeinflussen kann. Bei dieser Technik entstehen spezielle Glasureffekte durch Reduktion, die typische Schwarzfärbung nicht glasierter Teile und ein Craqueleè-Effekt, der jedes Objekt einzigartig macht. Ganz bekannt und beliebt sind die in Waren und weit darüber hinaus bekannten Kugeln mit der scheinbar aufgebrochenen Hülle, die der Künstler in einem eigens entwickelten Verfahren herstellt und sich patentrechtlich als Muster schützen lassen hat. Entstanden ist die Idee zu einer Zeit, als der Künstler mit dem Tod seiner Frau einen tiefen persönlichen Lebenseinschnitt zu verarbeiten hatte und der ihn veranlasst hat, den Skulpturengarten zu eröffnen. Damals war Franz Poppe ganz erstaunt darüber, wie viele Menschen sich von seinen Kugeln angesprochen fühlen und so sind die Kugelfantasien seitdem zu einem Thema geworden, dass er immer wieder neu entdeckt. Die Kugel im Zeichen der Elemente, die Kugel im Wandel der Jahreszeiten, die Kugel als Brunnen, die Kugel als Gastgeschenk des Warener Bürgermeisters, die Kugel als beliebtes Erinnerungsstück an Waren. Und so wird sie über die Jahre langsam zum Warener Stadtzeichen – gehört sie doch untrennbar zum Warener Künstler Franz Poppe. Als wohl ältester aktiver Kunsthandwerker Mecklenburg-Vorpommerns wird er im August dieses Jahres sein 50-jähriges Berufsjubiläum feiern. Aus diesem Anlass möchte ihn der Landkreis Müritz mit der höchsten Auszeichnung, der Schliemann-Medaille, für seine Verdienste ehren. Und zudem ist dies Anlass für zwei Ausstellungen, die Interessenten ab August wieder ganz neue Einblicke in das Schaffen des Künstlers gewähren: im Müritzeum wird es verschiedene Installationen rund um den Fisch geben und im Stadtgeschichtlichen Museum werden noch unbekannte Zeichnungen des Künstlers ausgestellt sein – eine Facette, die wenige von ihm kennen, die aber sicher interessant ist, war es doch sein Zeichenlehrer damals, der seine künstlerische Ader entdeckte und ihn an die Meißener Porzellanmanufaktur verwies, bei der die Weichen für sein weiteres Berufsleben gestellt wurden. Heute ist er froh, dass man ihn dort nicht als Porzellanmaler sondern lieber als Modelleur ausbildete und er von dort nach Heiligendamm ging, um Design für Baukeramik zu studieren, bevor er dann nach Waren kam. Vielleicht gewährt Franz Poppe Ihnen selbst einen Einblick in seine Lebensgeschichte, wenn Sie ihn im Müritzwasserhaus besuchen. Etwas Glück muss man schon haben, denn obwohl der Warener noch fast täglich arbeitet, gibt es keine festen Öffnungszeiten für den Skulpturengarten. Franz Poppe möchte sich seine Freiheit bewahren und Zeit haben für seine vielen verschiedenen Interessen.
Kontakt:
Franz-Ulrich Poppe
Gerhart-Hauptmann-Allee 5
17192 Waren (Müritz)
Tel: 03991 125480
www.poppe-keramik.de


